Die Supermotosaison 2011 ist Geschichte und Hanson Schruf bastelt bereits an seinem Renngerät für 2012. Beim Basteln ist es dann auch passiert: Hanson steckte die überzähligen Teile zusammen und hatte fast ein ganzes Motorrad … aber eben nur fast.

Keine Bremsanlage, kein Frontfender, keine Gabel … kein Problem für Handwerker-Hanson. Eine 20 Jahre alte Motocross-Gabel wurde minimal überarbeitet und hielt nun das Vorderrad in der Spur.

Bremse und Kotflügel fehlten zwar weiterhin, aber wenn man Hanson Schruf heißt, braucht man derartige Kleinigkeiten nicht: „Fahrbar ist das Motorrad. Es hängt super am Gas und die fehlende Bremse wirkt sich positiv auf die Wendigkeit aus. Und ein passendes Einsatzgebiet habe ich auch schon gefunden: FLATTRACK :-)“

Was ist Flattrack: „Flattrack Rennen ähneln Speedway-Rennen. Beide werden in einem Oval entgegen dem Uhrzeiger-Sinn gefahren. Im Gegensatz zu Speedway starten beim Flattrack deutlich mehr als vier Fahrer gleichzeitig und die Rennen dauern auch länger. Mehr als zehn Runden sind keine Seltenheit.
Flattrack Bikes sind vorne und hinten gefedert und besitzen eine Hinterradbremse. Es gibt wie beim Speedway keine Vorderradbremse. Die Federung und vor allem die Hinterradbremsen sind die maßgeblichen Unterschiede zu Speedway und erfordern somit eine ganz spezielle Kurventechnik.“

Um beim Flattrack wirklich schnell zu werden, muss man viel trainieren … oder man ist mehrfacher Supermoto-Staatsmeister und hat eine sehr sensible Gashand.
Mit dieser sensiblen Gashand startet Hanson Schruf letztes Wochenende beim fĂĽnften Lauf zur tschechischen Flattrack-Serie in Svitavy (CZE).

Das freie Training nutzte der Hanson ideal im sich und seine Husaberg auf den ungewohnten Sport einzustellen. Das bewies der Pottensteiner in den drei Quali-Rennen. Lauf eins und zwei konnte er zur Verwunderung der Konkurrenz gewinnen. In Quali-Lauf drei belegte Hanson Rang zwei.

 

Im Finale, das ĂĽber fĂĽnfzehn Runden ging, hatte Hanson Schruf einen guten Start und bog auf Rang zwei liegend in die erste Kurve ein. Der Husaberg-Pilot konnte anfangs Druck auf den FĂĽhrenden ausĂĽben, musste aber nach ein paar Runden einsehen, dass er fĂĽr den Sieg noch ein wenig trainieren muss.

 

Ergebnis: 1. Jan-Willem Jansen (CH), 2. Hanson Schruf (AUT, Husaberg), 3. Roman Janosták (CZE)

Hanson: „Ich bin total zufrieden. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich bei meinem ersten Flattrack-Rennen gleich auf Platz zwei ins Ziel komme. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich noch einiges lernen muss. Dann sollte es beim nächsten Mal noch besser laufen :-)“

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